Dickie

Fast 100 Jahre Geschichte schreibt die Modefirma „Dickie“ und ist im Gegensatz zu den gängigen Luxusmarken eher weniger bekannt. Dabei ist die Firma heutzutage der weltweit größte und erfolgreichste Hersteller von Arbeitsbekleidung.

Gegründet wurde das Unternehmen von den Cousins C.N. Williamson und E.E. Colonel, wobei Williamson vier Jahre später Geschäftsführer wurde und die Firma in „Williamson-Dickie Manufacturing Comanpy“ umbenannte.

Die Produktion begann mit robuster und widerstandsfähiger Arbeitsbekleidung für alle Arten von Arbeiten und die Firma schrieb schnell sehr gute Umsätze. Als die Gewinne zur Zeit der Weltwirtschaftskrise schwankten, bestellt das US-Militär riesige Mengen an Uniformen, die die Verkaufszahlen des Unternehmens enorm beflügelten.
Nach einigen, weiteren erfolgreichen Jahren expandierte das Unternehmen und das Sortiment wurde nun auch um zivile Produkte erweitert. Die Williamson-Dickie Manufacturing Company expandierte international und stieg Ende der 50er Jahre in den europäischen Markt ein.

Die Produktpalette wurde stetig erweitert und so befanden sich nun auch Hemden, Jacken, Jeanshosen und Schuluniformen im Sortiment. Das Geschäft lief auf Hochtouren und eine Expansion nach Südafrika, Australien, Russland, Chile, Japan, Island, Kanada und Mexiko folgte der europäischen.

Dickies

In den 80iger Jahren begann sich allmählich eine neue Kundschaft herauszubilden. So blieb die Firma zwar Ausrüster von Arbeitern, doch kam nun auch die junge Kundschaft, insbesondere Skater, Rapper und Streetgangs. Der Grund dafür war, dass diese keinem Trend folgen wollen, sondern versuchen sich individualistisch und entgegen dem Mainstream zu kleiden. Doch dafür benötigen sie eine Marke als Grundlage, diese wird anschließend abgewandelt und bekommt einen neuen und zwar ihren eignen Stil verpasst. Diese Grundlagenmarke wurde „Dickie“ und der Trend breitete sich rasend schnell aus und schon bald war das Label bei jugendlichen und BMX-Fahrern mehr als beliebt. Einziges Problem war jedoch, dass die Jeans von Dickie für die sportlichen Aktivitäten zu eng und für die junge Käuferschaft zu teuer waren.

1995 sollte dieses Problem von Richard Löffler gelöst werden, denn er importierte die Hosen der Firma seit langem für Freunde und Bekannte nach Deutschland. Er selbst war Skater und wusste somit diese Käuferschaft exzellent zu bedienen. Somit wurde Löffler erster Agent von Dickie und vereinbarte als strategischen Schritt, nur die besten Skateshops mit den neuen Hosen zu beliefern. Mit Erfolg, denn die Marke wurde schnell zum Geheimtipp unter Skaterkreisen und die Nachfrage stieg rasant.

Im selben Jahr noch, wurde Dickie mit einem Schlag weltberühmt, denn es kamen amerikanische Blockbuster auf den Markt, die den Alltag von Ghetto-Kids in Amerika zeigten, die allesamt Dickie-Jeans trugen. Mit dem dazu produzierten Musikvideo „Gangsta’s Paradies“ von Coolios, in dem ebenfalls die Dickie-Mode getragen wurde, gewann die Firma zusätzlich nochmals an großer Bekanntheit weltweit.

Schon bald jedoch war Löffler mit dem alleinigen Vertrieb in Deutschland überfordert und so gab er die Verantwortlichkeiten 1996 an die Scooter GmbH, die den Vertrieb so erfolgreich weiter führte, dass es sogar zu Lieferschwierigkeiten kam.

Im selben Jahr noch brachte die Scooter GmbH eine eigene Kollektion raus, die ebenfalls erfolgreich angenommen wurde Die Firma fand weltweit Vertriebspartner und expandierte schließlich auch nach Japan, Australien, Neuseeland, Großbritannien und Skandinavien.

Heute bietet Dickie sämtliche Freizeitbekleidung an, insbesondere für ihre immer stärker werdende jüngerer Käuferschicht. Der Erfolg des Unternehmens jedoch ist bei Arbeiter, sowie Freizeitsportlern auch nach 100 Jahren noch ungebremst.