GGL

2004 kannte die heute begehrte Marke George, Gina und Lucy noch niemand. Doch bereits ein Jahr später verkaufte das Label, das sich auf die Produktion von Taschen spezialisiert hat über 400.000 Exemplare in ganz Europa.

Die Gründerväter dieser Marke sollen angeblich Neuhaus, seine Frau Nicole Bailly und der Freund Neuhaus’ Oliver Bruhn sein. Vor vier Jahren entwarfen sie im hessischen Langenselbold mit ihrer Designfirma Departmentgreen Nylontaschen. Mittlerweile gibt es vom dem Trio auch Taschen im Lack- und Lederstyle und selbst für Kinder gibt es passende Täschchen im Miniformat. Die GGL- Taschen zeichnen sich durch eine unglaubliche Vielfalt an individuellen Farben und Modellen aus. Vor allem jedoch sollten die Taschen praktisch, trendy und waschbar sein und in einem angenehmen Preisleistungsverhältnis von 50 bis 100 Euro liegen. 1500 Stück lässt das Trio in Langenselbold in China produzieren, anschließend designen sie die Taschen jedoch selbst weiter. So statten sie sie als erstes mit dem großen Logo von George, Gina und Lucy aus, das aus den drei auffällig, großgeschriebenen Namen mit jeweils einem schwarzen Löwen davor, besteht. Dann bekommen die zahlreiche, unterschiedliche große Innen- und Außentaschen, auffällige Knöpfe, moderne Reisverschlüsse, große Karabinerhaken und verrückte Namen, wie etwa „Need Botox“.

Doch auch wenn sich dieses Design extravagant und neuartig anhört, stellt sich einem trotzdem die Frage, weshalb die Langenselbolder Taschen in ganz Europa so begehrt sind?

Der Grund liegt wohl neben dem kreativen Design, vor allem in den sagenumwobenen Gründern. Denn angeblich soll Baillys Vater zehn Boutiquen besitzen, in denen er die Taschen so geschickt vermarktet, dass sie rasend schnell ausverkauft sind. Nicht einmal auf der eignen Internetseite bietet GGL die Taschen zum Verkauf an, was die Begehrtheit dieser natürlich immens steigert. So gibt es zwar zunehmend Onlinestores die GGL-Taschen verkaufen, doch haben sie meist nur eine sehr geringe Auswahl der zahlreichen Modelle. Auch Ebay bietet mittlerweile die Täschchen an, doch zu Preisen die doppelt oder dreifach so hoch liegen, wie normal.

Doch die Gerüchte gehen noch viel tiefer, denn so wurde bereits darüber spekuliert, dass die Taschen gar nicht von dem Trio, sondern etwa US-Häftlingen genäht wurden. Ebenso war bereits Dieter Bohlen als Mitentwickler der Taschen ebenso im Gespräch wie Baillys Großtante Lucy, die angeblich eine verflossene, amerikanische Liebe hatte, George, von der ihr nur eine Tasche als Erinnerung blieb.

Die angeblichen Gründerväter aus Langenselbold jedoch stört das Rätseln um ihre Person und die beliebten Taschen nicht: „Ach“, sagt Neuhaus, „solange man über uns rätselt, ist alles gut.“

So liegt am Ende die Vermutung nahe, dass es sich bei GGL um eine ausgeklügelte Marktstrategie handelt. Die Gründer wirren sich in Unklarheit und machen die produzierten Taschen dadurch interessant, ja sogar gerade zu berüchtigt. Sie halten die produzierte Anzahl gering, umso den Bedarf am Label zu erhöhen. Durch die geringe Menge die an GGL -Taschen angeboten werden, wir vor allem die Vorstellung dem Mainstream entgegenzuwirken beflügelt.

Wie auch immer die Wahrheit um die Gründer von GGL aussehen mag, eines ist jedenfalls wahrhaftig: GGL hat es geschafft, einen sehnsüchtigen Traum in die Welt und in die Gedanken tausender, Taschenverliebter Frauen zu zaubern.